Auf die Zander, fertig, los!!!

Der Saisonstart im Mai und der Versuch den Hechten auf vielerlei Techniken nachzustellen war bereits ein voller Erfolg. Alle Mühen wurden mit einigen guten Fischen belohnt und das i-Tüpfelchen mit der 114er Hechtmutti gesetzt. Wahrhaftig für mich ein Traumstart in die noch so frische Raubfischsaison 2017 unter der Flagge von Fox Rage. Wie viele Stunden haben wir uns die Arme wund geworfen, neue Köder getestet, Fische angeparkt oder einfach stumpf vor uns hin gerudert.

Nachdem die Zanderschonzeit seit vergangener Woche wieder aufgehoben ist, (für mich bleibt sie weiterhin bestehen auch wenn es offiziell leider keine Schonzeit mehr laut HFischV in Hessen gibt), steht der Zander natürlich wieder ganz oben auf meiner Liste. Da es vergangene Woche bereits mit dem 80iger Zetti beim Big Bait Werfen ordentlich gerappelt hatte, entschied ich mich kurzfristig noch einmal hoch zu fahren und mein Glück für einen Tag auf Zander zu probieren. Früh morgens ging es im Dunkeln ins Auto und ich machte mich auf den Weg in Richtung Edersee. Ein wirklich entspanntes Fahren am frühen Morgen wenn die Meisten noch in ihren Bettchen schlummern und außer ein paar Brummis die Straßen nahezu leer gefegt sind.

Kurz nach 6 stand ich am Steg und die Arbeit ging los. Runter mit der Persenning, fix die Technik verkabeln, den Motor startklar machen und ab in die Fluten – ok, ich hab da was mit meiner Sportart Kanuslalom verwechselt J. Die Vorzeichen waren jedoch nicht gar so gut um mich bestellt. Extremer Wetterumschwung, abrupter Luftdruckabfall und dann noch Nieselregen nachdem es die vergangenen Tage im T-Shirt auszuhalten war. Man bekommt einfach nichts geschenkt.

Mein Plan für den heutigen Tag war recht simpel. Fische an den Plateaus und Abruchkanten suchen und dort mit 10er und 12er Gummifischen beangeln bis es irgendwann hoffentlich einschlägt. Aufgrund meiner Insiderinformationen und meiner eigenen Gewässerkenntnis war der erste Spot recht schnell lokalisiert und der 10er ZanderPro Shad in Salt N Pepper am 14 Gramm Kopf durfte baden gehen. Der ZanderPro, ein recht agiler druckvoller Köder ist für mich vor allem im Frühjahr und über den Sommer hinweg wo die Fische aktiv sind eine Bank. Der leicht flankende Lauf und das ausgeprägte Paddel am Schwanzende sorgen für schnelle Aufmerksamkeit bei den Räubern und verleiten auch teils desinteressierte Fische noch zu einem Aggressionsbiss. Ich persönlich fische gerne mit natürlichen Dekoren, teils mit leichten Fluo-Akzenten wie den Hot Olive, der beispielsweise mit dem leichten fluoreszierenden Bauch einem Rotauge ähneln soll. Shocker-Farben können jedoch nach der Schonzeit auch zu einem wahren Ass im Ärmel werden, sind jedoch meist meine Hochwasser Favoriten.

Bei der Rutenwahl setze ich aufs Ganze. Eine schnelle Rute ist Pflicht um auch jeden feinsten Anfasser mit einem Anschlag quittieren zu können. Für mich steht deshalb Qualität an erster Stelle. Die „Pro Series“ Ruten vereinen diese Eigenschaften in Perfektion – Feingefühl, Schnelligkeit und Leichtigkeit für ermüdungsloses Angeln und sind daher meine erste Wahl. Hierbei setze ich auf Pro Jigger (WG 50g) als auch die Pro Jigger Finesse (WG 28g) wenn es mal leichter her gehen darf.

Doch heute schien es einfach wie verhext ohne die Schuld beim Wetter zu suchen. Ein Fisch muss doch irgendwie beißwillig sein, dachte ich mir. Die Stunden vergingen wie im Fluge, doch Bisse waren Fehlanzeige und ich entschied mich kurzer Hand meine Taktik zu ändern um doch noch einen Fisch überlisten zu können. Schweres Material um auf Hecht zu fischen hatte ich zu Haus gelassen und so blieb mir nur die Option Barsche suchen und mit Pimpelködern sie zu ärgern oder es gar Vertikal zu versuchen.

90+ Pelagic Style

Ich kramte in meinen Kisten und fuhr gemächlich über den See um Barschschwärme oder gar saubere Sicheln zu suchen. Mittlerweile war es schon 14 Uhr und ich hatte nicht mal mehr einen einzigen Anfasser. Einfach deprimierend, aber der Herminator steckt nicht so schnell den Kopf in den Sand und es muss immer weiter gehen. Alles oder nichts war die Devise und ich entschied mich die neuen Korkscrew Jigköpfe gepaart mit den Forktail (V-Tail) in 18cm an zu testen. Also Dekore griff ich beim ersten Shot zu Hot Olive, doch der Fisch zeigte kein Interesse…er stand noch da und ich wechselte schnell zum „Gold Shiner“ Dekor, einer etwas dezenteren Farbe. Doch erneut keine wirkliche Reaktion vom Fisch bis er schließlich aus dem Radius des Echolotkegels verschwand. Ein paar Minuten später fand ich erneut eine schöne Sichel die auf rund 4m Wassertiefe stand. Perfekt, dachte ich mir und lies fix den Köder ins Wasser gleiten. Ein leichtes ansteigen als der Forktail kurz über dem Fisch stand und adios… Ein wahrer Nervenkitzel dieses TV-Angeln, aber das macht es gerade aus.
Die Zeit verflog wie im Fluge und ich setzte mir eine Deadline. Eine halbe Stunde noch, mit oder gar ohne Erfolg für den heutigen Tag. Langsam schlich ich übers Wasser, die Segel nahezu gestrichen bis ich kurz vorm Stegplatz sich eine gute Sichel auftat. Mittlerweile hatte ich auf ein Firetiger Dekor umgestellt in der Hoffnung vielleicht einen Aggressionsbiss heraus zu kitzeln. Der Köder sank hinab und ich stoppte ihn sanft. Der Fisch stieg langsam einen halben Meter, drehte wieder ab und kam erneut. Urplötzlich wie ein Blitzschlag in der Hand kam der Einschlag und ich quittierte den Biss mit einem Anschlag. Der saß und ich merkte direkt das am anderen Ende ein guter Fisch an der Angel hing. Eins, zwei, drei Kopfstöße, eine kurze Flucht in die Bremse der Multi und erneute Kopfstöße und mir war klar, dass es ein Zander sein musste. Nach einigen kurzen Fluchten und harten Kopfstößen sah ich den Fisch zum ersten Mal – 90+ Check. Jetzt hieß es bloß keinen Fehler mehr machen und den Fisch sicher im Kescher landen. Das Ende vom Lied seht ihr hier…

Tight Lines

Euer Herminator

 

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