Faszination Zander

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Das Angeln auf Raubfisch hat mich bereits seit meiner Jugend verfolgt. Als die ersten Twister und Shads aus Amerika zu uns nach Deutschland schwappten und die Großen der Szene wie Uli Beyer schon fleißig am Großfisch fangen waren, war es noch vermeidlich leicht den Stachelrittern wie Barsch und Zander mit den neuen Wunderködern an meinen Heimatgewässern nach zu stellen. Ich erinnere mich noch genau daran als ich von einem mittlerweile verstorbenen Freund der Familie die kleinen und teils noch recht starren Plastikköder in die Hand gedrückt bekam. Ich war gerade mal 10 Jahre jung und fischte zusammen mit meinem Vater auf unserem Grundstück in einem kleinen Fluss. Auswerfen, absinken und einfaches durch Leiern reichten vollkommen aus um vor allem Barsch, Hecht, aber auch Zander nachstellen zu können.

Über die Jahre hinweg haben es mir vor allem die gestachelten Räuber wie Barsch und Zander angetan. Der Zander, eine schon wirklich urige Gestalt mit seinen funkelnd schillernden Augen, nahezu einem Barramundi ähnelnd, hat er schon etwas faszinierendes an sich.

PB Zander aus dem Jahr 2014 mit 104,5cm

Ein eher Lichtscheuer Jäger der am Tage meist in den Tiefen Gewässerabschnitten von Fluss und See seine Zeit verbringt und es liebt in den Dämmerstunden gerade wenn das Licht zu neige geht auf die Jagd zu gehen. Wie auch beim Barsch würde ich den Zander als einen sehr neugierigen Fisch bezeichnen der aber im Gegensatz zum Barsch sich nicht auf alles stürzt was ihm vor sein Maul gehalten wird. Ein Fisch, der nicht immer gerade einfach zu überlisten ist, doch wenn man plötzlich aus dem Nichts einen Biss bekommt wirkt dieser am richtigen Gerät wahrhaftig elektrisierend wie ein Blitzschlag, da der Zander seine Beute taktisch klug anvisiert und dann im richtigen Augenblick schlagartig schlägt. Ein Stromschlag der vom angebotenen Köder über die Schnur auf den Rutenblank bis in das Handteil unser Rute übertragen wird – bekannt auch unter dem Synonym „Tock oder tocken“. Einfach ein atemberaubendes Gefühl was süchtig macht.

Natürlich haben sich von den Anfängen bis heute die Angelarten auf die gestachelten Räuber sehr verändert.

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97cm Zander

Wie jeder Fisch hat auch der Zander zu gewissen Tages- und Jahreszeiten seine Vorlieben. Wer sie erkennt und auf sie eingeht kann mit nahezu allen Methoden zum Fisch und somit zum Erfolg kommen. Vom klassischen Ansitz Naturköderangeln über das heute so gehypte Wurf- und Bootsangeln in all seinen Variationen – Faulenzen a la Strehlow, Jiggen, Vertikalen, Pelagisch-Vertikal oder ganz und gar geschleppt. Mittlerweile ist für jeden etwas dabei je nach Zeitaufwand und Budget. Das Ansitzangeln auf Zander und Hecht hat mich persönlich jedoch bisher nicht wirklich interessiert. Die Monotonie und der Zeitfaktor, bedingt durch mein Sportlerleben, waren für mich ausschlaggebend eher den schnellen Erfolg mit der Spinnrute zu Fuß zu suchen. Mittlerweile gehört der Zander in Deutschland seit Jahren zu meinen Lieblingsfischen und ich freue mich um jeden Fisch egal wie groß er ist.

Tight Lines Euer Herminator

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