SUP Angeln – Schleppangeln auf Abwegen

Herausforderungen prägen unser Handeln und so verschlug es mich Ende Juni auf den Brombachsee. Zunächst ging es auf den Kleinen Brombachsee um dort mich mit den besten Standup Paddlern der Welt im „Fastest Paddler on Earth“ Wettbewerb auf den 200m und den 10km Langstreckenrennen an Tag zwei zu messen. Zwei Tage sportliche Höchstleistungen erfordern mindestens einen Erholungstag. Was gibt es da besseres als Angeln?

Das Bootsangeln wird bei uns Raubfischanglern immer beliebter und selbst die Kayak-Industrie ist auf den Angelzug aufgestiegen.

Das SUP ist bereit zum Einsatz

Immer mehr Angler versuchen ihr Glück mit vom Wasser aus. Zwar bin ich im Kayak groß geworden und glaube auch damit erfolgreich fischen zu können, aber ich liebe die Herausforderung und setze dem noch einen oben drauf. Wie die alten hawaianischen Fischer möchte ich mit dem Standup Paddleboard (SUP) Fische überlisten. Der Brombachsee, besser gesagt der Große Brombachsee ist wohl einer der bekanntesten Deutschen Hechtgewässer im Frankenland. Was liegt da wohl näher als mit dem SUP auf Hecht zu fischen. Natürlich hatte ich mir bereits im Vorfeld meine Gedanken gemacht und Vorbereitungen getroffen.

Natürlich gibt es mittlerweile von einigen namenhaften Board Herstellern Standup Paddle Boards zum Angeln jedoch sind diese bisher noch nicht groß durchdacht. Viel entscheidender sind für mich die Bauart (Hardboard, Inflatable Board), Stabilität und die Länge des Brettes um sich auch schnell von A nach B zu bewegen. Da ich über kein Angel SUP verfüge, habe ich ein einfaches Touring Brett in 12,6’ x 30’ umfunktioniert und eine Eurobox im vorderen Drittel des Brettes mit Spanngurten befestigt. Daran zwei stabile Alu-Rutenhalter in denen ich die Schleppruten ablegen kann. Zur Überwachung meiner Geschwindigkeit dient meine GPS-Uhr. Soweit die Theorie.

Früh am Morgen ging es mit minimalen Tackle ans Wasser.

Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert.

Zwei Ruten zum Schleppen (Fox Rage Boat Rod in 3m und 3lbs), einen kompakten Kescher, eine Hand voll etablierter Köder und Zubehör für den worse case und natürlich ein SUP und das dazu gehörige Paddel. Am Strandbad pumpte ich mein Inflatable Board auf, befestigte die Eurobox samt Rutenhalter auf dem Board und verstaute meine Köder und das restliche Material. Nun konnte es also losgehen.

Gegen halb 8 startete ich vom Badestrand an der Staumauer zum kleinen See und paddelte raus in tiefere Gefilde. Ich entschied mich für zwei komplett unterschiedliche Dekore (natürlich vs. Firetiger) und recht aktive Köder in 21 und 23cm recht flach zu präsentieren. Gemächlich paddelte ich stets nach meiner GPS Uhr vor mich hin. Seelen ruhig stieg der Nebel auf und keine Menschen Seele befand sich auf dem See. Leider trübte der Schein der Stille, denn unter Wasser waren die Hechte anscheinend schon richtig aktiv.

Nach kaum 200m Fahrt gab es den ersten Einschlag, jedoch verfehlte der Fisch die Haken und blieb nicht hängen. Das gibt Mut und es ging weiter.

Ein stattlicher SUP Hecht.

Es dauerte eine gute halbe Stunde bis schlagartig wie aus dem Nichts erneut die Rute krumm ging.

Mit einem satten Anschlag quittierte ich den Biss und der erste Fisch der etwas anderen Tour konnte sicher gelandet werden. Etwas ungewohnt auf dem SUP, aber mit etwas Übung ist das Arbeiten auf dem geringen Raum problemlos händelbar. Gute 80cm konnten sich für den ersten SUP Hecht 2017 sehen lassen. Was ein Auftakt und noch weitere grandiose Stunden sollten folgen.

Doch dazu gleich mehr. Die erste Erkenntnis kam mit dem zweiten Biss das anscheinend die grellen Farben erfolgreicher als naturgetreue Dekore sind. Kurzer Hand wurde der Köder gewechselt und so zierten ein Firetiger und ein Uli Beyer Spezial Dekor meine beiden Ruten.

Die Bedingungen waren perfekt. Eine seichte Briese und leichte Wellchen auf dem Wasser sollten die kleine SUP Tour zu einem unvergesslichen Tag machen. Nahezu im 20 Minuten Takt war eine Rute krumm und die beiden Dekore ließen ersichtlich den Spaßfaktor auf dem Standup Brett in die Höhe schnellen. Mit einem guten 90iger Hecht, einem Mitte 80iger Zander und 12 Hechten standen am Ende der Paddeleinheit 19,8km auf dem Uhr. Welch ein erfolgreicher Angeltag am Großen Brombachsee der definitiv bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ich komme wieder…

 

Tight Lines. Euer Herminator

 

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